Arbeiten mit Legenden – Luca ist Azubi bei Porsche

Luca Stephan ist Azubi bei Porsche in Oldenburg und liebt seinen Job. (Foto: Jesco von Moorhausen)

Oldenburg. Ein Hauch Mythos liegt in der Luft. Jeder, der die Hallen von Porsche betritt, spürt diese Aura voll gestopft mit legendären Autos wie 911 Targa, 550 Spider, 356 oder GT1 und die Namen, die mit ihnen zusammen hängen: James Dean, Steve McQueen, Hans Herrmann, Richard Attwood, Jacky Ickx, Derek Bell, Hans-Joachim Stuck und so viele mehr. Noch nicht legendär aber jemand, der sich jeden Tag mit dem Mythos auseinander setzen darf, ist Luca Stephan. Der 21jährige Oldenbroker aus der Wesermarsch ist mit Leib und Seele Auszubildender beim Porschezentrum in Oldenburg. Der angehende Mechatroniker steckt bereits im dritten Lehrjahr und ist schnell vom Virus Porsche infiziert worden.

„Mir reichte das mit der Schule nach dem schulischen Teil des Fachabis“, erinnert sich Luca Stephan, der auf gar keinen Fall weiter machen wollte. Aber eine Idee für eine Ausbildung hatte er auch nicht. Seine Eltern fragten ihn, was ihn reizen würde. Da Luca gerne mit seinem Vater an den beiden hauseigenen Oldtimern Mercedes Pagode und Strich 8er herum schraubt, lag die Entscheidung gar nicht so weit. „Aber es sollte etwas Ausgefalleneres sein“, nahm sich Luca vor und fragte beim Porschezentrum Oldenburg nach einem Praktikum. „Ich glaube, ich muss mich nicht ganz so blöd angestellt haben, denn mir wurde nach Ablauf des Praktikums die Lehrstelle angeboten“, freut sich Luca heute noch über seinen wahr gewordenen Traum.

„Manchmal werde ich in der Berufsschule vom Lehrer auch mal damit aufgezogen, aber auf die nette Art“, erzählt er weiter. Bei kniffligen Fragestellungen hätte der Fachlehrer gerne immer noch einmal die Meinung des „Porschemanns“.

Gerne zur Arbeit gehen

Das Porschezentrum Oldenburg sponserte Trikots für Lucas Fußballmannschaft. (Foto: Andreas Wille)

Viele Unterschiede sieht Luca Stephan nicht im Vergleich zu anderen Werkstätten. Sicherlich ist das Kundenklientel ein anderes und auch preislich bewege man sich in anderen Bereichen, aber die Arbeit als solches ist ziemlich gleich. „Da die Autos hochwertig sind, müssen wir natürlich mit sehr präzisen Werkzeugen arbeiten“, erklärt der 21jährige weiter, der sich auch in der Zeit bei Porsche verändert hat. Im Kopf sei er reifer geworden. Ihm sind andere Dinge jetzt viel wichtiger. So möchte Luca mit seiner Freundin irgendwann nach Oldenburg zusammen ziehen. „Dann bin ich näher an der Arbeit“, sagt Luca und hofft, dass er bei Porsche nach der Ausbildung auch bleiben kann. Denn Luca geht gerne zur Arbeit. „Es gab noch keinen Tag, an dem ich morgens aufgestanden bin und ich keine Lust auf den Job hatte“, ist der Auszubildende ehrlich. Das läge vor allem an den Ausbildern und am Chef, die alle zusammen wie eine große Familien sind.
„Ich fühle mich einfach wohl“, lobt Luca das Oldenburger Porschezentrum, welches nun auch Trainingsanzüge für die Fußballmannschaft, in der Luca spielt, gesponsert hat. Die 1. Herren des SC Ovelgönne spielen derzeit in der Fusionsklasse A (Süd) und freuen sich über das Sponsoring des Porschezentrums Oldenburg. Für Luca ist der Fußball eine weitere große Leidenschaft. „Da geht kaum was drüber“, lacht der Stürmer und ist froh, dass sich beides miteinander verbinden lässt.
Selbst träumt er natürlich auch von einem Porsche, ist aber realistisch und weiß, dass die momentanen finanziellen Einnahmen bei weitem dafür nicht ausreichen. „Mir sind auch andere Dinge vorher wichtiger wie eine gemeinsame Wohnung mit meiner Freundin“, setzt Luca Prioritäten. Und irgendwann vielleicht steht auch ein Porsche Cayman GT4 vor der Tür.