Fabian Bruck: „Plan B war schon immer irgendwie Plan A“

Fabian Bruck hat sich aus dem ganz großen Musikgeschäft zurück gezogen. (Foto: pr)

Die TV-Castingshow „Keep your light shining“ war 2014 ein Sprungbrett für Fabian Bruck. Seitdem ist viel passiert. Der Musiker und Songwriter hat CD-Alben heraus gebracht, tummelte sich in den Charts und gibt jetzt in seiner Heimat Weinstadt Gitarrenunterricht. Die Castingshow wurde von Prosieben nach nur wenigen Sendungen abgesetzt. Chefredakteur Jesco von Moorhausen sprach mit dem einstigen Castingshow-Gewinner Fabian Bruck über sein musikalisches Leben danach.

JvM: Die Prosieben-Casting-Show „Keep your light shining“ ist längst Geschichte. Viele erinnern sich gar nicht mehr daran. Du warst damals einer der Gewinner. Erinnert man sich an Dich?

Fabian: Nun ja, ich kann ja nicht jeden fragen ob er sich damals die Sendung angesehen hat und ehrlich gesagt ist mir das auch nicht wichtig. Ich bin froh mitgemacht zu haben. Ich habe viele schöne Erinnerungen und viel aus dieser Geschichte gelernt.

JvM: Einer Deiner Alben heißt „Auf den Spuren meiner Träume“. Bist Du noch auf den Weg oder lebst Du Deinen Traum?

Fabian: Ich bin sehr glücklich wie sich alles entwickelt hat und habe Vieles, auf das ich mich freue.

JvM: Du hast Dein Glück selbst in die Hand genommen und bewusst für Selbstvermarktung entschieden. Wäre es nicht einfacher, wenn ein großes Management Dich fördern würde?

Fabian: Ich hatte ein tolles Management. Rolf Schröder aus Stuttgart hat mir viel geholfen und tolle Arbeit geleistet. Ich habe mich aber vor gut einem Jahr entschieden mich aus dem Musikgeschäft als Interpret herauszuhalten.

JvM: Das Musikgeschäft ist hart. Talente, die gestern noch über den Klee gelobt wurden, sind morgen bereits von der Bildfläche verschwunden. Gibt es für Dich einen Plan B wenn alles irgendwann vielleicht mal den Bach runtergeht?

Fabian: Der Plan B ist in vollem Gange und mittlerweile habe ich das Gefühl, dass es schon immer der heimliche Plan A war. Ich bin glücklich leiert, habe meine eigene Gitarrenschule aufgebaut, spiele Auftritte hauptsächlich in meiner Region und habe mir auch ein kleines Studio aufgebaut, in dem ich Musik produzieren kann – vielleicht ja auch irgendwann mal für andere!?

JvM: Gibt man Fabian Bruck bei Google ein, finden sich nur Treffer bis zum Jahr 2016. Es ist ein wenig leise um Dich geworden. Was ist passiert?

Fabian: Wie gerade beschrieben, habe ich mich aus dem „großen“ Musikgeschäft herausgezogen. Ich lebe für und mit der Musik aber nicht für und mit dem Musikbusiness. Das ist eines der vielen Dinge, die ich in den letzten Jahren über mich gelernt habe.

JvM: Musiker werden ist für viele ein Traum und bleibt es auch. Du singst hervorragend, spielst klasse Gitarre und komponierst auch noch selbst. Wie kamst Du auf die Idee, von der Musik zu leben?

Fabian: Das war für mich immer klar. Es ist das Thema, dass mich nicht nur als Hobby beschäftigt. Es ist für mich allgegenwärtig und allumfassend (lacht). Es vergeht kein Tag ohne Kontakt mit der Musik. Wieso sollte ich meine beruflichen Absichten also auf ein anderes Thema lenken?

JvM: Was hat eigentlich Deine Familie und Deine Freunde dazu gesagt?

Fabian: Meine Freunde waren schon immer voll dabei. Die hatten fast alle den selben Traum. Für meine Familie war es, glaube ich, schon immer eine Medaille. Ich glaube, sie haben immer an mich geglaubt. Gleichzeitig war aber auch eine Spur Ungewissheit und Angst um Ihren Sohn/Bruder da. Mittlerweile sind Sie aber alle beruhigt und sehr stolz!

JvM: Fabian, wir selbst haben uns bei Wohnzimmerkonzerten kennengelernt und ganz persönlich muss ich sagen, dass Du live in solch einem kleinen Kreis noch viel besser bist, als auf CD. Bist Du ein Geheimtipp in der deutschen Musikszene?

Fabian: Ich glaube, das Wichtigste ist, Musik machen und nicht schon zwei Schritte weiter denken. Diesen Fehler habe ich gemacht. Ich war im Kopf schon immer beim nächsten und habe so vieles nicht ganz zu Ende gebracht bzw. gedacht. Daher kommt auch der Effekt, dass die CD nicht das wiedergibt, was vielleicht live rüber kam. Ich hätte mir mehr Zeit geben müssen.

JvM: Wer hat Dich in Deiner musikalischen Laufbahn beeinflusst?

Fabian: In erster Linie von meiner Familie (ohne das Sie es wussten), dann natürlich von der Entwicklung die ich als Kind/Jugendlicher genommen habe. Ich suchte nach meiner Identität. Als ich das Gitarrespielen und Singen begonnen habe, gab es viele Personen, die mich darin ermutigt und unterstützt haben, viele Bands und Musiker deren Musik ich toll fand und natürlich der eigene Antrieb.

JvM: Du darfst auf einer einsamen Insel nur drei Musikalben mitnehmen. Welche würdest Du wählen?

Fabian: Das ist einfach! Cat Stevens – Tea for a Tillerman, Pokemon – die erste Staffel, Nickelback – Here and Now….und meinen Apple Music Account (lacht).

JvM: Mittlerweile unterrichtest Du auch das Instrument Gitarre. Wie kam es zu diesem Schritt?

Fabian: Ich wurde gefragt, ob ich nicht zwei Kinder unterrichten könne. Da habe ich zugesagt und es machte mir auf Anhieb unfassbar Spaß. Nun sind es 40 Schüler!

JvM: Von all den Songs, die Du bis jetzt schon veröffentlicht hast, ist welcher Dein persönlicher Liebling? Und wieso?

Fabian: Ich höre einige immer noch sehr gerne, manche eher ungern. Das liegt oft nicht am Song selbst, sondern an der Art wie er entstanden ist. Der Weg vom Schreiben bist auf die CD ist ein langer und da passiert mit so einem Titel vieles. Das schwirrt einem natürlich alles im Kopf herum und nicht nur das Endprodukt. Live spiele ich so gut wie alle gerne. Einen absoluten Favoriten habe ich nicht.

JvM: Wie weit ist Fabian Bruck von der ganz großen Karriere entfernt?

Fabian: Wenn du mit der großen Karriere „Stadien füllen wie Ed Sheeran“ meinst, dann würde ich sagen…sehr weit! (lacht). Wenn du aber ein „glückliches Leben, erfüllt von viel Musik, Familie und Freunde“ meinst, dann würde ich sagen…CHECK!

JvM: Was können wir zukünftig von Dir erwarten? Kommt eventuell doch noch einmal ein neues Album?

Fabian: Ehrlich gesagt, das weiß ich gar nicht. Vielleicht schreibe ich ja mal einen Song für jemand anderen. Vielleicht wird diese Produzentensache ja auch noch ausgebaut. Vielleicht mache ich mit meinen Schülern einen auf Rolf Zuckowski (lacht). Zwischenzeitlich arbeite ich sogar an einem Hörspiel bzw. Buch. Das wird die Zeit zeigen.

JvM: Würdest Du alles wieder genau so machen, wie es passiert ist?

Fabian: Sicherlich nicht alles gleich machen aber das Resultat würde ich wieder so forcieren.

Vielen Dank, Fabian, für das Gespräch.
Mehr Infos unter www.fabianbruck.de