Lena aus Oldenburg – Das Leben einer Influencerin

Lena ist Influencerin bei Instagram. (Foto: pr)

Oldenburg. Nein, und auch wenn der Witz schon abgegriffen ist, ein Influencer ist keine Krankheit. Es handelt sich dabei um eine Person, die aufgrund ihrer starken Internetpräsenz in sozialen Netzwerken wie facebook, Instagram, Youtube und andere viele Freunde (Follower) hat und das sogar kommerzialisiert. Dieses geschieht durch Werbung für Firmen oder Produkte. Lena Kankel ist so eine Influencerin und hat bei Instagram über 20.000 Follower.

„Ich habe Instagram schon seit rund fünf Jahren aber mich nie sonderlich darum gekümmert“, erzählt die 22jährige Oldenburgerin. Seit April 2017 aber gehen ihre Freundschaftsanfragen durch die Decke. Das liegt vor allem daran, dass „lenaknk“, wie sie bei Instagram heißt, ganz besondere Eigenschaften hat. Zum einen ist sie unglaublich attraktiv, zum anderen verwöhnt Lena ihren Körper durch viel Fitness im Oldenburger Sportstudio beneFit. Das zeigt sie regelmäßig in sogenannten Stories im sozialen Netzwerk. Ihre Follower teilen sich in 68 Prozent Männer und 32 Prozent Frauen auf. „Im Fitnessbereich ist es normal, dass mehr Männer Influencer folgen“, erklärt Lena, die aber neben der Influencertätigkeit auch einen üblichen Job beschreitet. Die junge Oldenburgerin ist gelernte Krankenschwester am Klinikum Oldenburg.

Menschen, die in sozialen Netzwerken sehr gefragt sind, haben bei Firmen ein großes Interesse geweckt. Erst seit rund zehn Jahren baut sich das Influencer-Marketing auf. „Ich bekomme von einigen Firmen Produkte zugeschickt, die ich dann in meinen Beiträgen bewerbe“, erklärt Lena, die damit angefangen hat, sich nur mit den kostenlosen Produkten zufrieden zu geben. Mittlerweile aber nimmt sie dafür Geld, wenn sie Werbung machen soll. Eine Firma für Fitnessnahrung hat sie sogar fest unter Vertrag gestellt. „Somit bin ich zwar gebunden und darf für andere Firmen aus dem gleichen Segment keine Werbung machen, habe dafür aber auch einen festen Partner“, erklärt sie. Einen weiteren Vorteil für Firmen, die für ihre Influencerwerbung Geld bezahlen ist, dass das Produkt nicht negativ dargestellt werden kann. „Bekomme ich etwas nur kostenlos zugeschickt und es ist Mist, dann sage ich das auch. Wird dafür Geld bezahlt, geht das natürlich nicht“, erklärt Lena, die in ihrer Tätigkeit im Internet gar nicht soviel Zeit benötigt. Sie mache das zwischendurch, wenn sie eh irgendwo warten muss – ob es gerade der Bus ist oder an der Kasse. Während ihrer Arbeit als Krankenschwester ist das natürlich tabu. „In meiner Arbeitszeit habe ich sowieso kaum Zeit dafür“, erzählt sie und begründet mit ihrer beruflichen Tätigkeit, warum sie im Fitnessstudio kein Cardiotraining benötigt. „Ich laufe so immens viel am Tag im Krankenhaus, dass ich das einfach im Fitnessstudio nicht mehr brauche“, lacht sie, die in ihren Beiträgen, auf Neudeutsch auch „Posts“ genannt, immer mit Humor und Persönlichkeit herüber kommt. „Vielleicht ist das auch der Grund, warum ich gerade so viele Follower bekomme“, mutmaßt Lena, die weiß, dass andere Influencer auch zu unfairen Mitteln greifen und Follower hinzu kaufen. Das sehe man aber, wenn die Anzahl der Follower mit denen der Gefällt mir-Angaben und Kommentare bei Beiträgen nicht übereinstimmen. „Bei mir wird jedem schnell klar, dass alles schon so richtig ist“, verspricht Lena, die leider auch hin und wieder seltsame Nachrichten bekommt. Sicherlich wird eine gutaussehende junge Frau auch über soziale Netzwerke angeflirtet. „Wenn mir das aber zu viel wird, dann blockiere ich die Person einfach“, erklärt sie, die aber meist nette Komplimente erntet oder auch neugierige Fragen, wie man so einen tollen Körper bekommt.

Die hübsche Oldenburgerin ist bei Instagram eine gefragte Person. (Foto: pr)

Lena war schon als Schülerin sehr sportlich. Bis zur zehnten Klasse trainierte sie als Leistungsschwimmerin. „Als ich 16 wurde, waren aber andere Sachen für mich wichtiger“, erinnert sich die Oldenburgerin, die eine ganze Zeit überhaupt keinen Sport mehr betrieb. Dann lernte sie ihren damaligen Freund kennen, mit dem sie insgesamt vier Jahre zusammen war. „Der nahm mich dann in ein Sportstudio mit“, erzählt Lena, die dort immer regelmäßiger trainierte. „Als schließlich die Beziehung auseinander ging, wollte ich es ihm zeigen“, lacht sie. Frei nach dem Motto „Jetzt erst recht“ wurden ihre Trainingsintervalle immer intensiver. Mittlerweile geht Lena fünf Tage in der Woche für rund zwei Stunden trainieren. „Ich glaube, ich habe auch ein bisschen Glück mit meinen Erbanlagen“, erklärt Lena, die gar nicht allzu stark auf die Ernährung achtet. Da fliegt auch schon einmal eine Tüte Haribo am Abend in Lenas Magen. Ansonsten gibt es bei ihr viel Gemüse und recht wenig Fleisch. „Die Kalorien müssen natürlich jeden Tag gezählt werden“, präsentiert Lena ihre spezielle App dafür. Ein Fitnessarmband hingegen hat sie nicht um. „Es hat mich tierisch unter Druck gesetzt und ich musste ständig drauf schauen“, erklärt die mittlerweile komplett durchtrainierte Oldenburgerin. Auch die Frage nach ihrem Körperfettanteil kann sie nicht beantworten. „Das habe ich noch nie gemessen, interessiert mich auch nicht sonderlich“, so die sportliche Influencerin.

Konkurrenzdruck, wie sie ihn in den Wettkämpfen als Leistungsschwimmerin erlebt hat, möchte Lena heute nicht mehr spüren. „Mein Gegner bin ich selbst“, erklärt sie, die wie jeder andere auch mal Motivationsprobleme hat. „Ich sage mir dann aber, dass es mir ja nach dem Training besser geht“, weiß die Fitnesssportlerin. Das reiche aus und schon geht es ins Sportstudio zum Trainieren.

„Immer wieder werde ich gefragt, wie ich es geschafft habe, so einen Körper zu trainieren“, erzählt Lena, die das aber nur vorsichtig beantworten möchte. Sie wisse, dass jeder Körper ganz individuell reagiert. Was bei dem einen funktioniert, sei noch lange nicht das Patentrezept für jemand anderen. „So ist es bei mir auch. Deswegen nehme ich mir niemals heraus, jemanden trainieren zu können“, fügt sie hinzu, obwohl sie als Krankenschwester bereits ein medizinisches Vorwissen besitzt. Das möchte Lena auch zukünftig ausweiten und würde gerne Medizin studieren. „Leider ist mein Abi dafür zu schlecht“, bedauert sie und sucht nach Alternativen. Eine davon wäre ein sportwissenschaftliches Studium. Doch da seien an renommierten Universitäten die Aufnahmeprüfungen sehr schwer. „Ballsportarten sind nämlich gar nichts für mich“, lacht Lena, die mit ihren 22 Jahren aber noch reichlich Zeit hat sich zu orientieren. Das gilt auch für ihr Privatleben, denn Lena ist derzeit Single. „Für einen Mann habe ich gerade wenig Platz in meinem Leben, was nicht heißen würde, dass ich nicht gefunden werden möchte. Aber ich bin nicht auf der Suche“, erklärt sie schmunzelnd, denn Angebote hat Lena sicherlich reichlich.