Oldenburger Köpfe – Interview mit Benjamin Brunken alias DJ BerneyB

Benjamin Brunken alias DJ BerneyB. (Foto: pr)

Oldenburg. Benjamin Brunken in Oldenburgs Partyszene besser als DJ BerneyB bekannt. Er ist als Hörgeräteakustiker (was auch sonst…) angestellt und arbeitet als DJ in den angesagtesten Clubs der Stadt.

AL: Berney, wir kennen uns nun schon mehr als zwanzig Jahre. Damals hast du häufig deine Mutter in unserem Büro besucht. Dabei hast du dann vor meinem Schreibtisch die neuesten YoYo – Kunststücke vorgeführt. Du hattest Talent. Was ist aus deinem YoYo geworden?

DJ BerneyB: Das YoYo ist weg. Es war ein Duncan Viper für damals sagenhafte 60,- Deutsche Mark! Und dann musste ich mich halt entscheiden, YoYo oder solide Berufsausbildung. Die YoYo Bücher, geschrieben vom damaligen Weltmeister habe ich aber noch (sogar signiert…lacht). Vielleicht fange ich ja wieder an. Nein!

AL: Du hast damals doch auch Theater gespielt? Ist DJ BerneyB etwa auch noch immer ein Schauspieler?

DJ BerneyB: Jeden Tag,quasi! Aber seit der Ausbildung leider nicht mehr. Hätte ich sehr gern weitergemacht. Aber der familiäre Einfluss erzeugte eine Gegenströmung, die mich dann doch zu meiner Ausbildung spülte…

AL: Dann kam die Ausbildung. Warum Hörgeräteakustiker? Selbsthilfe als DJ?

DJ BerneyB: Zufall! Drauf beworben, Praktikum gemacht und kurze Zeit später angefangen. Eigentlich sollte es ja was mit IT werden, aber das war wohl 2002 noch etwas zu früh.

AL: Wann hast du gewusst das du DJ werden möchtest und wie bist du durchgestartet?

DJ BerneyB: Früher war Musik für mich echt uninteressant. 2007 war ich dann im Big Ben zum Karaokeabend. Der Chef dort war von meiner Stimme begeistert. Deshalb durfte ich von da an jeden Donnerstag dort auftreten. Meist mit Songs von Robbie Williams oder Frank Sinatra. Kurze Zeit später sollte ich dann auch auflegen. Und so startete ich meine Karriere im Big Ben. Der Weg dahin war aber steinig, sehr sehr steinig!

AL: Wo hattest du deinen ersten Gig und was ist dir davon noch in Erinnerung?

DJ BerneyB: Natürlich im Big Ben. Katastrophe! Das Publikum war damals deutlich älter als ich und hatte ein latentes Problem mit meinem Musikgeschmack (lacht!). Die Nächte waren endlos lang und ich stand auf Fliesen, was nach Stunden des Stehens echt schmerzhaft ist. Das hat sich eingebrannt, auch in die Füße.

AL: Stadtfest, Big Ben, Molkerei, Loft, Amadeus… Kaum ein Ort wo du nicht auflegst. Wo ist die Party denn momentan am fettesten?

DJ BerneyB: Ganz klar, Molkerei. Für mich eine sehr coole Location. Ich stehe als DJ ganz oben, habe den totalen Überblick und die Leute sind hier mega drauf. Das Konzept stimmt einfach und so ist eigentlich jede Veranstaltung top.

AL: Stimmt das Klischee? Am Ende bekommt immer der DJ die Frauen?

DJ BerneyB: Nein! Oder doch? Wenn der DJ wollte, dann könnte da meist was gehen. Nur wird das dann mit dem konzentrierten Arbeiten ganz schwer (lacht schon wieder). Er kriegt sie nicht immer, aber er könnte, wenn er denn wollte… Also ja, das Klischee stimmt wohl.

AL: Warum Oldenburg? Warum nicht Hamburg, London oder New York?

DJ BerneyB: Oldenburg ist halt Oldenburg. Hier wurde ich geboren, hier bin ich aufgewachsen, hier sind meine Freunde und hier will ich auch bleiben. Das Gesamtpaket der Stadt stimmt für mich ganz einfach.

AL: Wenn du Oldenburg verändern könntest, was würdest du tun?

DJ BerneyB: Ich würde, wenn, dann Dinge verhindern, die das eigentlich schöne Stadtbild verschandeln. Ich meine da verschiedene Baumaßnahmen. Mehr mag ich dazu gar nicht sagen. Ansonsten bin ich hier schon zufrieden.

AL: Berney, dein Leben ist spannend, abwechslungsreich und sicher auch aufregend. Was kannst du all denen mit auf den Weg geben, deren Leben nicht ganz so spannend ist, oder auch denjenigen, die noch auf der Suche nach ihrem Platz sind?

DJ BerneyB: Die Frage ist doch, ob jeder ein spannendes Leben haben möchte. Ansonsten mein Rat an euch: machen worauf man Bock hat! Nicht quatschen, machen!

AL: Und aus aktuellem Anlass noch eine persönliche Frage. Was bedeutet Weihnachten für dich und was gehört unbedingt dazu?

DJ BerneyB: Da ich Scheidungskind bin und dadurch bedingt zu den Feiertagen immer mal an verschiedenen Orten war, kam für mich nie die ganz große Weihnachtsatmosphäre auf. Deshalb hab ich da ein leicht differenziertes Verhältnis entwickelt. Ich gehe Weihnachten Platten auflegen und Ihr seid herzlich eingeladen.

Das Interview führte für euch Andreas Lausch