Pussy Riot Theatre – Geschichten über den Protest

Mascha Alechina. (Foto: Albie Mitchell)

Oldenburg. „Pussy Riot“ ist die 2011 in Moskau gegründete feministische, regierungs- und kirchenkritische Künstlerbewegung, die weltweit Aufsehen erregte mit ihren provozierenden Aktionen für Freiheit in Russland. Die mediale Welle begann, als ein Teil Pussy Riots eine Aufführung in der Moskauer Christ-Erlöser-Kirche im Jahr 2012 inszenierte. Nach 41 Sekunden wurde die Darbietung schließlich von kirchlichen Sicherheitsbeamten gestoppt. Die drei Mit­gliederinnen Nadeschda Tolokonnikowa, Marija Aljochina und Jekaterina Samuzewitsch wurden in Untersuchungshaft genommen und wegen „Rowdytums aus religiösem Hass“ zu jeweils zwei Jahren Lagerhaft verurteilt.
Der Prozess und die Verurteilungen führten vor allem im Westen zu großer Aufmerksam­keit und Kritik. Nach 21 Monaten in Haft wurden Tolokonnikova und Alyokhina am 23. Dezember 2013 freigelassen, nachdem die Staatsduma (russisches Parlament) eine Amnestie genehmigt hatte. Nach ihrer Freilassung traten Tolokonnikova, Alyokhina und einige andere Mitglieder während der Olympischen Winterspiele in Sotschi als Pussy Riot auf, wo sie mit Peitschen und Pfefferspray von Kosaken angegriffen wurden, die als Wachleute eingesetzt wurden.

Im Dezember 2016 starteten Maria Alyokhina und der Musikproduzent Alexander Cheparukhin ein neues Projekt – PUSSY RIOT THEATER mit RIOT DAYS – ein Spiel, das auf Alyokhinas Buch „Tage des Aufstands“, das im September in Deutschland erschienen ist, basiert. Nach sehr erfolgreichen Tourneen in den USA und Australien fand im September 2017 in Frankfurt die Deutschlandpremiere statt. Im Januar 2018 wird die Tour fortgesetzt. Am 10. Januar ist es auch in der Kulturetage Oldenburg zu sehen. Mit auf der Bühne sind zwei Frauen und zwei Männer. Maria Alyokhina selbst, Kyril Masheka – ihr Hauptstadienpartner auf „Burning Doors“ und Nastya und Max des Musikduos AWOTT.
Das Projekt wurde von Alexander Cheparukhin produziert und unter der Regie von Yury Muravitsky – einer der führenden russischen Theaterdirektoren, Gewinner des „Golden Mask“, der jährliche russische Theatervertrag.