Wiederkehr nach Oldenburg – Christian Andresen, neuer Leiter der Schlosshöfe, im Interview

Christian Andresen ist der neue Leiter der Schlosshöfe Oldenburg. (Foto: pr)

Oldenburg. Im März 2011 eröffnete das Einkaufszentrum Schlosshöfe in Oldenburg. Von einigen kritisch beäugt, von anderen herzlich Willkommen entwickelten sich die Schlosshöfe zum innerstädtischem Treffpunkt. Neuer Center Manager ist Christian Andresen, der zuvor das Elbe-Einkaufszentrum in Hamburg leitete, nun aber die Schlosshöfe unter seine Fittiche hat. Chefredakteur Jesco von Moorhausen sprach mit Christian Andresen über seine Entscheidung, seinen Eindruck von der Huntestadt und den Unterschieden zu Hamburg.

JvM: Sind sie mittlerweile in Oldenburg gut angekommen?

Christian Andresen: Ja, aber es ist kein Neuankommen sondern eher ein Wiederkehren. Als die Schlosshöfe 2011 eröffnet wurden, unterstützte ich für acht Monate bei der Markteinführung. Daher kenne ich bereits das Einkaufszentrum. Zudem lernte ich in Oldenburg meine Frau kennen und meine Tochter wurde hier geboren. Oldenburg war somit immer ein sehr positiv besetzter Ort für mich, egal wo ich gerade in Deutschland war. Ich habe zuvor bei ECE-Einkaufszentren im schwäbischen Leonberg und in Kaiserslautern gearbeitet, war vor Oldenburg als Hamburger in der Hansestadt beim Elbe-Einkaufszentrum als Leiter tätig. Irgendwann stand eben die Entscheidung an. Entweder in Hamburg bleiben oder in die Heimat meiner Frau ziehen. Wir haben uns gemeinsam für Letzteres entschieden und ich bereue es nicht.

JvM: Was war der ausschlaggebende Punkt?

Christian Andresen: Es gab gar keinen einzigen Punkt. Es war die Summe aller. Meine Frau ist wie gesagt Oldenburgerin und sehr stolz auf ihre Stadt. Zurecht, denn es ist wirklich schön hier zu leben. Hamburg hat sicherlich auch seine Reize, aber ich mag die kurzen Wege, die ich in Oldenburg habe. Und Ähnlichkeit haben die beiden Städte auch. Nur die Größe ist sehr verschieden (lacht).

JvM: Gibt es denn noch mehr Unterschiede bezogen auf Ihre Arbeit als Center Manager?

Christian Andresen: Jedes Einkaufszentrum ist ganz individuell. Alle sind unterschiedlich konzipiert. Das hängt maßgeblich mit der Bevölkerungsstruktur zusammen. So sind einige Standorte sehr stark modeaffin und das Thema findet starke Berücksichtigung, etwa durch Modeschauen. In den Schlosshöfen sind eher Veranstaltungen mit Localplayern gefragt. Deswegen bieten wir auch Events mit den EWE Baskets an. Zudem kommt es immer darauf an, welche Geschäfte sich in einem Zentrum angesiedelt haben. So zieht Saturn zum Beispiel immer ein erhöht männliches Publikum an. Auch ist dieses Einkaufzentrum innerstädtisch und hat viele Besucher, die uns zu Fuß besuchen, wiederum aber auch viele Besucher, die vom Land mit dem Auto zu uns kommen. Das Elbe-Einkaufszentrum fährt man überwiegend gezielt an. Hier aber kommen Gäste spontan einfach nur rein, weil sie eh in der Innenstadt sind.

JvM: Was schätzen Sie an Oldenburg und was nicht?

Christian Andresen: Ich mag das Norddeutsche. Der Mensch hier braucht einige Zeit um aufzutauen, aber dann ist er unglaublich aufgeschlossen. Und Oldenburg ist eine wunderschöne Stadt mit viel grün und Wasser. Es gibt eine tolle Kunstszene in der Huntestadt und meiner Meinung nach eine sehr große Zahl an hervorragenden Restaurants. Auch mag ich die Feste, die hier gefeiert werden. So werde ich demnächst meine erste Kohltour haben, auf die ich mich schon sehr freue. Für mich ist das hier ein Stück heile Welt, was mir auch für meine Familie sehr wichtig ist. Negativ stößt mir nur der Stadtverkehr auf. Mit Rückstaus haben wir schon ein bisschen zu kämpfen.

JvM: Wie steht es derzeit um die Schlosshöfe?

Christian Andresen: Sehr gut, wir haben größere Umstrukturierungen hinter uns. Saturn und TK Maxx sind in unserem Haus dazu gekommen. Die Besucherzahlen steigen stetig. Wir haben für dieses Jahr zahlreiche Veranstaltungen geplant, die ich aber noch nicht alle verrate (lacht). Auch wollen wir an unseren Einrichtungen noch weiter arbeiten.

JvM: Was möchten Sie denn anders machen als Ihre Vorgänger in Oldenburg?

Christian Andresen: Ich möchte an der guten Arbeit meiner Vorgänger anknüpfen aber natürlich auch eigene Schwerpunkte setzen. Ich fühle mich als Gastgeber und wünsche mir, dass die Gäste der Schlosshöfe noch länger verweilen. Sie sollen Einkaufen noch stärker als Erlebnis wahrnehmen.

JvM: Wohin soll es denn mit dem Einkaufszentrum Schlosshöfe gehen?

Christian Andresen: Das Handelsumfeld ist ein sehr dynamisches. Daher ist es wichtig, immer Trends im Auge zu behalten und darauf zu reagieren. Sowohl die Mediennutzung als auch das Konsumverhalten der Gesellschaft verändert sich stetig. Wir arbeiten stets daran, unseren Gästen Erlebnisse zu bieten. Sie erhalten neben der Mietervielfalt wechselnde Aktionen, umfassende Serviceangebote und eine große Auswahl an gastronomischen Angeboten. Dies alles gilt es kontinuierlich zu verbessern und abwechslungreich zu halten.

JvM: Wo halten Sie sich in Oldenburg am liebsten auf?

Christian Andresen: Das hört sich jetzt vielleicht komisch an, weil es in unserem Haus ist, aber ich bin sehr gerne in der Kulturlounge Seelig. Aber auch die zahlreichen Gastronomien am Lambertiplatz begeistern mich. Hinzu kommt das grüne Flair der Stadt. Hier kann man sich nur wohlfühlen.

JvM: Drei Dinge, die sie auf einer einsamen Insel mitnehmen würden, wären…

Christian Andresen: Das ist einfach: Meine Frau und meine Tochter. Das Dritte brauche ich gar nicht. Vielleicht ein gutes Buch. Aber auf gar keinen Fall eine Uhr (lacht).

Vielen Dank. Das Interview führte Jesco von Moorhausen.